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Manteltücher in Falttechnik

 

Rechteckmäntel sind im Grunde genommen große Decken und ärmellos.

Ob sie täglich getragen wurden, ob sie eine Art Reisemantel waren oder ob es überwiegend repräsentative Stücke waren lässt sich heute nur schwer klären. Es ist eine von mehren Möglichkeiten sich mit Überkleidung warm zu halten.

Um einen normal großen Mann mit eine solchen Tuch kleiden zu können benötigt es eine gewisse Breite, 1,80m ist der Tuchmantel des Mannes aus dem Bernuthsfeld.

In der damaligen Zeit (Eisenzeit, frühes Mittelalter) war das an einem Gewichtswebstuhl kein Problem. Möglicherweise hat man solche Stücke in  kleinen Teams gearbeitet, aber es ist auch möglich alleine so breite Stücke am Gewichtswebstuhl herzustellen.

 

Heute mit modernen Handwebstühlen stößt man technisch an Grenzen. Von Hand kann man an einem Webstuhl das Schiffchen nur so weit werfen und fangen wie die Armbreite es zulässt. Für mich, die unter 1,60m "groß" ist, ist 1,5m Breite schon fast unmöglich.  Für 1,50m breite Gewebe arbeite ich mit Schnellschuss, denn da wird das Schiffchen halb-mechanisch bedient und aufgefangen, aber dann sind die Tücher nach der Wäsche immer noch 1,40m breit und nicht weit genug.

Um solche breite Tücher weben zu können benötigt es also einen Kniff : ich webe diese Tücher in Falttechnik.

Das heißt das Gewebe liegt gefaltet im Webstuhl und hat eine obere Seite und eine untere die blind gewebt wird.

seitlicher Bick auf die Webarbeit, man erkennt gut die obere und untere Lage
seitlicher Bick auf die Webarbeit, man erkennt gut die obere und untere Lage
leider genügt der Platz hinter dem Webstuhl nicht um das Gewebe ganz in einem Bild einfangen zu können : links ist die Falz des Gewebes und rechts erkennt man die obere und untere Tuchbahn
leider genügt der Platz hinter dem Webstuhl nicht um das Gewebe ganz in einem Bild einfangen zu können : links ist die Falz des Gewebes und rechts erkennt man die obere und untere Tuchbahn

Dabei benötigt die obere Seite 4 Schäfte und die untere Seite auch wenn es Köperbindungen sein sollen, deshalb der Umbau auf 8 Schäfte.

Meine Werkstatt hat Platz um den Webstuhl aufzustellen und bequem zu arbeiten, aber nicht genug Platz um den Webstuhl ganz ins Bild zu bekommen. Deshalb gibt es nur ein  unvollständiges Bild. Die Kunst beim Faltgewebe ist die Falz so zu weben das man sie später nicht mehr sieht.  

 

Die aktuelle Einrichtung ist in Diamantköper/Fischgrat angelegt, die Tücher sollen nach der Wäsche eine Endbreite von 1,80m haben und die Länge wird bei etwa 2,2m liegen, wobei Wunschlängen brücksichtigt werden.

Geplant sind mehre Ketten die hintereinander abgearbeitet werden, die erste ist im Bild zu sehen, sie ist anthrazit-grau und soll pflanzlich gefärbte Dekorstreifen haben, diese Kette ist jedoch ausgebucht. Die nächste Kette ist bereits in Vorbereitung und wird dunkelblau werden.

Diese Tücher sind von der Form her an den Mantel des Bernuthsfeld-Mannes angelegt, allerdings sind die Garne unauthentisch dick. Dies ist der Nachfrage meiner Kundschaft geschuldet. Die Tücher sind also nicht *A* sondern *P* (praktisch).

 

Vielen Dank an Felix Lenz der mir als Metallbauer enorm beim Umbau meines Webstuhls geholfen hat und  nicht käufliche Teile fertigte