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Leichter Tunikastoff, Mantel und Beinwickel

06.08 17

Ein Kunde der schon länger auf der Warteliste steht, hat eine umfangreiche Bestellung aufgegeben.
So wuchs seine Ausstattung zeitgleich auf 2 Webstühlen : auf dem Großen ist ein feiner Tunika Stoff, 2/2 Köper aus industriellem Kettgarn und handgesponnenem Schussgarn in S/Z Richtung, und am kleinen Sommerwebstuhl, Beinwickel aus komplett handgesponnenen Garnen, ebenfalls S/Z Richtung, in schlichter Leinwandbindung. Ausserdem gehört noch ein Manteltuch dazu, das schon vor Wochen fertig geworden ist, und mit auf der IRM war.

 

Entstehung eines frühmittelalterlichen Tunika Stoffs
Entstehung eines frühmittelalterlichen Tunika Stoffs

 

Tunikastoff:

ein leichter Köper (2/2er) 

100% Wolle ungefärbt und Naturbelassen

Kette Singlegarn industriell gesponnen Z 10 Fäden/1cm vor dem Waschen

Schuss handgesponnen S (von Aennlin ) ca 15 Fäden/1cm vor dem Waschen

Handgewebter Stoff in der Vergrößerung
Handgewebter Stoff in der Vergrößerung

 

 

unter Spannung am Webstuhl, S/Z Stellung unter dem Fadenzähler, zur besseren Sicht ist die Richtung nachgezeichnet

 
Gewebe aus Handgesponnenen Garnen am Webstuhl
Gewebe aus Handgesponnenen Garnen am Webstuhl

Beinwickel:

die Beinwickel sind an die des Bernuthsfeld Manns angelehnt.

Sie werden in einer schlichten Leinwandbindung gearbeitet, die Garne sind alle Handgesponnen und ungefärbt. Die Wickel sind im Original recht breit, hier weichen wir mit Absicht ab, mein Kunde hat sich für eine Breite von etwa 7- 8cm entschieden.

Kettgarn Single Garn 10Fäden/1cm Z Drehung, Suffolk aus der Flocke gesponnen (diesmal von mir)

Schuss Single etwas dicker S Drehung 

Die Fertigung wird sich hin ziehen, da sie am kleinen Sommerwebstuhl passiert.

 

Nachtrag 11.08 2018 :

das Kettgarn stellte sich als nicht verarbeitbar heraus. Die Wickel sind nie fertig geworden. Aufgeschoben heißt jedoch nicht aufgehoben.

Manteltuch am Webstuhl
Manteltuch am Webstuhl

Der Mantel:

in der Form haben wir uns auch hier an den Fund des Bernuthfeld Manns orientiert. Diesmal sind wir in der Bindung abgewichen, da im Fundgut der zukünftigen Darstellung mehrere 2/2 Köper und Leinwandbindungen vorkommen, jedoch kein Fischgrat. Da eine Leinwandbindung grundsätzlich steifer und weniger gefällig ist, als mit den selben Materialien hergestellter Köper, fiel die Wahl leicht.

Wegen der Menge an benötigten Materials (alle anderen Garne waren gerade vorrätig, auch wenn gerade das Garn der Tunika einen ebenfalls unglaublichen Arbeitsaufwand benötigt hat) sind alle Garne industriell gesponnene Single Garne in Z Drehung. Der Schuss ist dicker und lockerer als die Kette.

Kettdichte ca 7Fäden/1cm

Schuss etwa 5Fäden/1cm

Hier alle 3 Gewebe im Zusammenspiel, stellvertretend für die Beinwickel eine Probe des Gewebes, schon fertig gewaschen.

3 Handgewebe für eine frühmittelalterliche Darstellung
3 Handgewebe für eine frühmittelalterliche Darstellung
Handgewebter Tuchmantel am Mann
Handgewebter Tuchmantel am Mann

 

 

 

 

 

Die Recherche zu diesem Projekt kommt von U.Klages, mehr Info unter  http://www.scotelingo.de/index.php/bekleidung-37.html

(das nähen der Tunika ist für den kommenden Winter geplant, sowie auch das weben der Beinwickel, aktuelle Fotos werden nachgereicht. )  ;)